Liveblog: Kreativmarkt Offenburg

Besucher warten auf den Beginn der Kreativmesse in Offenburg
Besucher warten auf den Beginn der Kreativmesse in Offenburg

Heute Live von der ersten Dawanda Kreativmesse!

In Offenburg beginnt heute um 11:00 Uhr die erste Kreativmesse. Noch 15 Minuten, bis die Pforten öffnen – der Eingangsbereich füllt sich bereits seit halb elf mit Neugierigen und Kaufwilligen. Auch ich bin gespannt, was ich hier für 5€ Eintrittspreis zu sehen bekomme und berichte live von der Messe.

10:52 Uhr

Ein fällt sofort auf: das Publikum – zumindest das überpünktliche – ist vorwiegend weiblich. Gut gelaunt und gespannt findet vor der Tür ein reger Austausch statt – auch unter Menschen, die sich gar nicht kennen. Es ist kalt und trüb heute in Offenburg – ein guter Tag, für eine Indoor-Aktivität!

10:59 Uhr

Es füllt sich!

So viele Handarbeits-Begeisterte wollen rein!
So viele Handarbeits-Begeisterte wollen rein!

11:26 Uhr

Viel mehr Fotos darf ich leider nicht zeigen. Obwohl die Standbesitzer ihre Kreationen natürlich auch mit Fotos online bewerben, scheint die Angst vor Raubkopierern und Nachmachern groß. Läuft man mit der Kamera herum, wird man von den Ausstellern angesprochen, dass keine Fotos erwünscht sind. An den Etiketten steht häufig, dass das Nacharbeiten ausdrücklich untersagt ist. Auch bei relativ einfachen Dingen wie Zipfelmützen, die nur wirklich keine große Schöpfungstiefe besitzen. Kosten tut so ein Mützchen trotzdem gut und gerne 12 bis 18€ – Preise, die einige Besucher ziemlich hoch finden, wie ich um mich herum oft munkeln höre. Doch es gehört eben mehr dazu, als zwei Stoffe zusammen zu nähen oder ein paar liebe Worte auf eine Karte zu schreiben – nicht nur das Material und Werkzeug kosten Geld, abgesehen vom Drumherum (wie Steuern, Standgebühren und Briefpapier) muss jedes Werk auch erstmal designed, ggf. erprobt und dann auch noch fotografiert werden. Ausdenken, Material beschaffen, umsetzen, vermarkten – ein Aufwand, der schnell in Vergessenheit gerät, wenn man einen einfachen Kinder-Loopschal in der Hand hält, der 10 Euro kosten soll. Übrigens kosten Jersey-Kindermützen aus der Babyabteilung eines der größten Supermärkte hier in der Gegend auch 10 bis 12 Euro.

Wem das trotz allem zu teuer ist: selber machen heißt die Devise ;)

Kreativmesse Offenburg
So leer sieht der Eingangsbereich nur in den ersten Minuten nach der Eröffnung aus. Schon bald füllt sich die Halle mit Besuchern.

Neben Ideen und Inspiration gibt es auf der Kreativmesse schließlich auch das nötige Material. Einige Messebesucher sind überrascht darüber, dass das meiste hier schon fertig ist: zum Großteil bieten Dawanda-Shopbesitzer ihre Werke zum Kauf an.  Man findet aber auch Bastelzubehör und -Material ebenso wie wunderschöne Stoffe. Auch der Besitzer meines Stamm-Stoffladens hier in Offenburg hat einen eigenen Stand. Er bietet einige seiner Stoffe und sicher auch gute Ratschläge für deren Verarbeitung an – passend dazu stehen nebenan auch Nähmaschinen.

Was ich ein bisschen vermisse, sind Workshops zum gemeinsamen Basteln, Nähen oder anderem Kreativsein. Platz hätte es in der Halle noch genug gegeben; sie ist nicht komplett ausgelastet. Auch wenig vertreten sind Häkelarbeiten. Hier und da mal ein paar Babymützen oder Schlüsselanhänger, wirklich viel Gehäkeltes gibt es aber nicht. Immerhin wird Farbverlaufsgarn in wunderschönen Farben angeboten – ein so genanntes Bobbel landet zufällig in meiner Hand und möchte mit zu mir nach Hause, um ein Tuch oder etwas anderes, tragbares zu werden. Sodann!

Ansonsten kann man sagen, dass die Auswahl wirklich sehr schön gemischt ist. Genähtes für groß und klein, Taschen, Wasserfeste Badewannenbücher, Schmuck und Wohnaccessoires. Es macht Spaß, sich die Dinge, die man sonst nur online sieht, auch mal anfassen zu können. Dieses Papier-Leder zum Beispiel fühlt sich ziemlich starr an…

Eine kleine Sorge hatte ich aber: wenn man zu spät kommt, sind die Stände vielleicht leer gekauft! Die Ladenbesitzer scheinen sich aber alle gut vorbereitet zu haben. Denn die Stückzahlen sind gewaltig. Nichts, was man eben so in einer Woche vorbereitet. Die Leute, die hier stehen und verkaufen, tun das sehr professionell. Auch die einzelnen Stücke wirken auf mich sehr, sehr gut verarbeitet. Hier scheint jede Naht zu sitzen, es sind keine Experimente, die hier ausgestellt werden. Jeder, der hier steht, weiß genau, was er tut.

12:10 Uhr

Ich kann wirklich nicht anders und muss an einem der Stände drei Meter Jersey mit passenden Bündchen dazu kaufen. Die nette Dame hatte ihre Zweifel, ob die Messe gut anläuft, ist aber schon nach der ersten Stunde sehr positiv gestimmt. Die Halle ist sehr gut besucht und auch der Verkauf läuft gut. 400 Kilometer ist sie gefahren, um auf ihrem Stand, der in der kleinsten Version immerhin 120 € kostet, die schönen Stoffe und Näharbeiten zu präsentieren.

12:52 Uhr

Ich könnte den ganzen Tag hier verbringen, habe aber gerade heute sechs hungrige Mäuler zu stopfen, die zu Hause auf die versprochene Lasagne warten. Als ich die Halle verlasse, traue ich meinen Augen kaum: eine ca. 30 Meter lange Schlange hat sich vor dem Ticketschalter gebildet. Ist Offenburg wirklich der weiße Fleck der Handarbeit? Oder sind DIY und selbst gemachtes einfach voll im Trend, weshalb so viele Menschen herkommen? Ich jedenfalls freue mich, eine der ersten in der Halle gewesen zu sein und mir alles in Ruhe angeschaut zu haben. Ebenso freue ich mich aber auch über das große Interesse und das hoffentlich gute Geschäft für die Aussteller, denen ich jeden Cent gönne, den sie mit ihren Stücken verdienen. Denn es ist und bleibt Handarbeit; mit viel Liebe und Leidenschaft Gemachtes, das viel Freude und ein bisschen Abwechslung ins Leben der Kunden bringen soll.