Handlettering lernen

Handlettering lernen! Mit diesem, ersten Beitrag zum  beginnt endlich etwas, worauf ich mich schon seit fast einem Jahr freue. Damals, Anfang 2017, schrieb ich den Artikel: Lettering? Kalligrafie? Womit fange ich an? und begann daraufhin meine Serie zum Thema Brush-Lettering lernen. Brush-Lettering ist eine Unterkategorie des Letterns und findet sich in vielen Handlettering-Werken wieder. Denn oft und gerne werden beim Handlettering verschiedene Schriftarten miteinander kombiniert.

Brush-Script, also mit dem Pinsel(-stift) gemalte Schreibschrift findet hier sehr oft Anwendung – wie im folgenden Beispiel beim Wort „Blick“.

ich glaube an genervt auf den ersten Blick - Handlettering

 

In den nächsten Wochen und Monaten wird es in der bunten Galerie also hauptsächlich darum gehen, Handlettering zu lernen. Meine Ideenliste ist lang und es gibt eine ganze Menge an Informationen, die ich gerne mit Dir teilen will. Wenn es aber ein Thema gibt, dass Dir unter den Nägeln brennt – sei es, weil Du keine Infos dazu findest oder Schwierigkeiten mit der Umsetzung hast: Schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Mail. Ich werde Deine Wünsche gerne in meinen Blog einfließen lassen.

 

Muss ich Brushlettering können, um Handlettering zu lernen?

Nein! Nicht jedes Handlettering muss auch Brushskript beinhalten. Und selbst, wenn Dir dieser Stil sehr gefällt und Du das eine oder andere Wort in schöner Schreibschrift mit dicken Abstrichen in Dein Lettering integrieren möchtest, kannst Du das mit Hilfe von Faux Calligraphy ohne Brushpen (und die dafür notwendige Übung) erreichen. Ein Tutorial dazu findest Du in meinem Beitrag Der richtige Pep für Deine Handschrift: Faux Calligraphy.

Aber auch ganz ohne Skript sehen Letterings interessant und vielseitig aus. Schaue Dir das folgende Beispiel an:

Jeder Moment zählt | Handlettering - Bunte Galerie

Hier habe ich ausschließlich mit einem Fineliner gearbeitet und auf Faux Calligraphy verzichtet. Allein die verschiedenen Schriftarten und die Anordnung der Buchstaben und Worte machen aus dem Text ein Handlettering. Nicht nur, weil es handgemacht ist. Dann wäre ja jeder handgeschriebene Notizzettel bereits ein Kunstwerk. Zu einem gelungenen Handlettering gehört schon etwas mehr…

Was macht ein Handlettering aus?

Neben dem Fakt. dass der Text handgemalt und nicht etwa mit dem Computer geschrieben und ausgedruckt wurde, machen für mich folgende Punkte ein Wort, Spruch, Zitat oder Text zu einem Handlettering-Unikat.

1. Besondere Schriftarten

Mit dem Stift in der Hand hast Du die Freiheit, jeden einzelnen Buchstaben so zu gestalten, wie er gerade in Dein Konzept passt. Dabei ist die Anzahl möglicher Schriftarten schier unendlich. So können Deine Buchstaben aus dicken oder dünnen Linien bestehen – oder aus einer Kombination von dick und dünn. Die Buchstaben können geradlinig sein oder geschwungene Bögen aufweisen. Von der Ausprägung verschiedenster Serifen ganz zu schweigen! Solange die Schrift noch leserlich ist, ist alles erlaubt.

Inspiration für verschiedene Schriftarten und -Stile werde ich Dir noch in Hülle und Fülle geben – die Kunst ist, diese miteinander zu kombinieren. Als erstes heißt es beim Handlettering lernen also Schriftarten kennen- und zeichnen zu lernen, um dann verschiedene Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren.

every rose has its thorns - hand lettering | Bunte Galerie

In diesem kleinen Handlettering siehst Du eine Kombination aus serifenlosen Druckbuchstaben und Brushskript.

 

2. Ansprechendes Layout

Natürlich werden nicht einfach Worte in verschiedenen Schriftarten aneinander gereiht. Besteht der Text aus mehr als einem Wort, wird er meist auf mehrere Zeilen aufgeteilt. Diese Zeilen können zentriert werden oder im Blocksatz gesetzt sein. Die Grundlinien, also die imaginären Linien, auf denen die Worte der einzelnen Zeilen stehen, müssen dabei keineswegs gerade und parallel sein. Auch schräge Grundlinien, Bögen und Wellen sehen toll aus…

Es gibt unzählige Varianten von Layouts, aber alle setzen etwas Planung voraus. Mit etwas Übung gelingen schöne Letterings auch ohne Vorzeichnen und Vormalen – etwa, wenn kurze Worte untereinander zentriert werden sollen wie im obigen Beispiel „Every rose has its thorns“ (Jede Rose hat ihre Dornen). Doch sobald es über das einfache Zentrieren hinausgeht, ist schon etwas Vorüberlegung und oft nicht nur eine Skizze, sondern mehrere Überarbeitungen und Vorzeichnungen nötig. 

Layout und Komposition sind wichtig, wenn es nach dem Erlernen verschiedener Schriftarten um die Gestaltung eines fertigen Letterings geht. Welche Tricks und Tipps es gibt, ein Layout zu entwerfen und welche Kompositionen gut funktionieren, zeige ich Dir also in späteren Beiträgen. 

 

3. Deko, Farbe und Schatten

meet me under the mistletoe - Handlettering

Ein zarter Schatten, ein paar Farbklekse oder eine kleine Illustration – grafische Elemente sind kein Muss, peppen ein Handlettering aber ungemein auf. Es gibt einfache Tricks, mit denen Du tolle Effekte erzielen kannst. Mit etwas Übung und dem richtigen Know-How gelingen aber auch komplexere Schmuckelemente. Blumen, Kakteen, kleine freche Monster aber auch Fahnen, Banner und Wimpel können zum Hingucker werden. Bei der Dekoration hast Du ebenso wie bei der Buchstabengestaltung Gelegenheit, Dich künstlerisch auszutoben.

Im Beispiel „Meet me under the mistletoe“ sind gleich mehrere Dekoelemente eingearbeitet. Es gibt zunächst eine Illustration, die teilweise unten wiederholt wird. Außerdem ist die Schrift zum Teil schattiert, zum Teil mit Highlights, also weißen Glanzpunkten versehen. Das mit Brushpen gemalte Wort „misteltoe“ weist außerdem einen Farbverlauf auf. Du siehst also: auch dieses Kapitel bietet jede Menge Möglichkeiten.

Nicht nur wegen der unzähligen Techniken und auch verschiedenen Werkzeuge und Trends wird dieses Kapitel den wohl größten Teil meiner Handlettering-Serie ausmachen. Du kannst Dich auf jede Menge Tutorials und Anleitungen freuen, um deine Letterings zu richtigen Kunstwerken zu machen. 


Nun habe ich Dir einen Ausblick auf die geplanten Beiträge in der bunten Galerie gegeben und hoffe, Du hast Lust, mit zu machen. Du kannst Dich hier für den kostenlosen Newsletter anmelden, um das Wichtigste nicht zu verpassen:
 


 

Was brauche ich, um Handlettering zu lernen?

Zunächst einmal einen Fineliner und Papier. Wir beginnen mit einfachen Schriftarten, um einige Grundlagen aber auch verschiedene Schriftarten zu lernen. Dazu brauchst Du wirklich kein ausgefallenes Werkzeug und auch kein besonderes Papier. Ein karierter Spiralblock oder günstiges Druckerpapier sind genau richtig: Du brauchst Dir weder Gedanken darüber zu machen, dass Deine Übungen perfekt werden, noch musst Du übertrieben Papier sparen. Außerdem ist einfaches Kopierpapier dünn genug, um die Linien eines darunter liegenden Blattes zu sehen. Sei es, um Buchstaben nach zu zeichnen oder um Führungslinien zu verwenden.

Aber das aller, aller wichtigste, was Du für das Handlettering – Lernen brauchst ist: regelmäßig Zeit. Jeden Tag 20 oder 30 Minuten der Lettering-Kunst zu widmen ist allemal besser, als sich nur einmal pro Woche stundenlang hinzusetzen, bis es vielleicht gar keinen Spaß mehr macht. Vieles klappt durch Wiederholung und prägt sich nicht nur im Kopf, sondern auch ins Mustergedächtnis ein.

Bist Du bereit?

Dann geht es hier entlang zu: Handlettering Lernen: Lektion 1 – das serifenlose Alphabet

 

 

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1 thought on “Handlettering lernen

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