Passende Kordel einfach selbst gemacht


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Kordeln in unterschiedlicher Länge und Farbe selbst gemacht

Kordeln kann man in gewünschter Länge und Farbe leicht selber machen

Eine Kordel besteht aus mehreren Fäden, die in sich verdreht sind und dadurch eine optisch schöne Schnur ergeben. Aus Wolle für Strick- oder Häkelarbeiten ist sie schnell selbst gefertigt und hat ganz viele Anwendungsmöglichkeiten:

Gehäkelte Mokassins für Babies

Babyschuhe mit selbst gemachter Kordel als Schnürsenkel

  • Schnürsenkel für Babyschuhe
  • Zugband zum Zubinden von Pompadours oder sonstigen Beuteln
  • Schnur für Kapuzenpulli / Hoodies oder sonstige Kragen mit Kordelzug
  • Gürtelersatz für Hosen oder Röcke
  • Haare oder Fell für Puppen oder Kuscheltiere
  • Seil zum Aufhängen, bspw. für Adventskalender-Säckchen oder Wimpeln
  • Verbindungsband für Kinderhandschuhe
  • Verzierung, Schriftzug, Fransen oder Abschlussborte

Dabei kann man sich unter einer Kordel aus Wolle vieles vorstellen. Eine Luftmaschenkette beispielsweise kann schon als Kordel herhalten. Ebenso die Schnüre, die mit dem Strickliesel hergestellt werden können. Hier zeige ich Dir aber eine einfache Methode, ohne besonderes Werkzeug eine gezwirnte Kordel herzustellen. Diese kann einfarbig sein oder aus Fäden verschiedener Farben bestehen, auf jeden Fall kann man sie immer passend zu seiner Häkel- oder Strickarbeit anfertigen.

Anleitung für eine selbst gemachte Kordel

1. Wolle zuschneiden

Zunächst musst Du Dir überlegen, wie lang und dick Deine Kordel ungefähr werden soll. Die Wolle, die Du für Deine Schnur brauchst, muss fünf mal so lang sein wie die fertige Kordel werden soll. Wenn Du also 20 cm Kordel herstellen willst, solltest Du am besten gleich 85 cm Wolle zuschneiden.  Denn zusätzlich zu den 80 cm solltest Du mindestens zwei Zentimeter Kordellänge für Anfang und Ende berechnen, da hier ein Knoten gemacht werden muss.

Es wird die fünffache Fadenlänge für die Kordel gebraucht

Fünf mal so lang wie die fertige Kordel muss der Faden dafür sein

Wenn Du zwei Kordeln brauchst, zum Beispiel für Schnürsenkel, kannst Du auch eine einzige Kordel drehen, die doppelt so lang ist plus etwa 5 Zentimeter zusätzliche Länge für die Knoten. Abschneiden kann man immer was, wenn sie aber zu kurz gerät ist es schade um die Arbeit.

Soll die Kordel aus mehreren Fäden bestehen, musst Du für jeden Faden 10% hinzuaddieren. Denn dann wird die Schnur am Ende nicht nur dicker, sondern auch kürzer. Das sieht man auch auf dem Bild oben: alle drei Kordeln wurden aus Fäden gemacht, die ursprünglich die gleiche Länge hatten. Die erste Kordel besteht aus nur einem Faden, die nächste aus zwei unterschiedlich gefärbten Fäden und die dritte, unterste Kordel aus vier Strängen.

 Tipp: Auf den Zentimeter genau brauchst Du hier wirklich nicht zu messen. Wenn Du Deine Wolle zwischen Daumen und Zeigefinger hältst und sie dann einmal über den Ellenbogen herum zurück zum Daumen führst, hast Du ein Stück von etwa 80 cm Länge ausgemessen. Wenn Du die Wolle also mehrfach um den Unterarm wickelst und jedes Mal 80cm addierst, geht das Abmessen ganz schnell. Solltest Du besonders klein oder groß sein, miß beim ersten Mal lieber mal nach, wie lang eine Umrundung bei Dir ist.

2. Zwirnen, was das Zeug hält

Korde drehen Schritt 1

 

Da wir hier Handarbeit ohne zusätzliches Werkzeug machen, ist nun etwas Geduld gefragt. Nimm beide Enden Deines Fadens in die eine Hand und führe die beiden Fäden einmal komplett durch die andere Hand, sodass Du die Mitte findest. Nun kannst Du zu einem Stuhlbein, einer Türklinke oder ähnlichem gehen und die Mitte des Fadens drumherum legen.

Kordel drehen Schritt 2

Gehe so weit weg von Deiner Befestigung, dass sich die Schnüre leicht spannen. Und nun beginnst Du zu drehen. Habe ich erwähnt, dass hier Geduld gefragt ist? Halte beide Enden zusammen zwischen Daumen und Zeigefinger und drehe die Fäden immer weiter ein. Wenn es Dir zwischen den Fingern weh tut, kannst Du die Enden auch an einen Bleistift knoten und diesen drehen. Du darfst natürlich nicht mitten drin loslassen, um den Stift zu holen, sonst fängst Du nochmal von vorne an ;)

Kordel drehen Schritt 3Du wirst merken, dass die Schnur jetzt schon immer kürzer wird. Dreh weiter und weiter, bis Deine Fäden etwa um ein Drittel kürzer geworden sind. Dann nimmst Du die ungefähre Mitte der gezwirbelten Schnur zwischen Daumen und Zeigefinger – halt gut fest! Führe beide Enden der Schnur zusammen – also das eine in Deiner Hand mit dem an der Befestigung, während Du die Mitte festhältst und die Schnur möglichst straff ziehst. Falls Du jetzt merkst, dass Du die Mitte komplett verfehlt hast, spanne die Schnur erneut (ohne loszulassen) und korrigiere die Position. Dann führst Du die Enden nochmal zusammen und hälst beide fest. Jetzt kannst Du das eine Ende von der Befestigung lösen und dann die Mitte loslassen. Sofort wickeln sie die beiden Hälften umeinander. Kleine Ungleichmäßigkeiten kannst Du leicht ausgleichen. Verknote das offene Ende, schneide überstehende Wollreste ab und die Kordel ist fertig.

Wenn Du mehrere Teilstücke haben willst, mach bei der entsprechenden Länge zwei Knoten in geringem Abstand zueinander und schneide die Kordel dann mit einer Schere zwischen den beiden Knoten durch.

 Übrigens: das Wort „Kordel“ ist abgeleitet von dem französischen Wort „cordelle“, das so viel heißt wie „kurzes oder dünnes Seil“. (Quelle: wissen.de/wortherkunft/kordel)
Wenn Dir diese Anleitung gefällt, schau Dir doch auch mal auf die Seite Grundwissen Häkeln an. Von A wie Anschlag über M wie Maschenprobe bis Z wie Zunahme ist dort einiges dabei, das Dich interessieren könnte.

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